Im Rahmen einer kürzlich aufgenommenen Schulpartnerschaft reiste eine Gruppe der Schleswig-Holsteinischen Seemannsschule Travemünde in einem Schüleraustausch nach Swinemünde zur Zespół Szkół Morskich. Die 18 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler kamen übergreifend aus dem 2. und 3. Lehrjahr zusammen, wodurch sich auch innerhalb der deutschen Gruppe neue Begegnungen und Gespräche ergaben. In Swinemünde wurde die Gruppe sehr herzlich empfangen. Bereits bei der Ankunft wurde deutlich, wie sorgfältig und engagiert das Treffen vorbereitet worden war. Die Organisation vor Ort, die Abstimmung der Programmpunkte und die Begleitung durch die polnischen Lehrkräfte waren durchweg sehr gelungen. Besonders hervorzuheben ist die offene und freundliche Atmosphäre, durch die sich unsere Schülerinnen und Schüler schnell willkommen fühlten.



Ein wichtiger Bestandteil des Programms war der Besuch des Fischereimuseums in Swinemünde. Dort erhielten die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die maritime Geschichte der Stadt. Das Museum zeigte unter anderem die Bedeutung der Fischerei, der Meereswelt sowie der Entwicklung Swinemündes als Hafen- und Küstenstadt. Gerade für einen Austausch an der Ostsee war dieser Programmpunkt sehr passend, da die Jugendlichen die enge Verbindung der Region mit dem Wasser, dem Hafen und der Arbeit auf See besser kennenlernen konnten. Besonders eindrucksvoll war auch der Besuch der unterirdischen Stadt auf der Insel Wollin. Die historischen militärischen Bunkeranlagen machten auf sehr direkte Weise sichtbar, welche strategische Bedeutung die Region früher hatte. Gleichzeitig war dieser Ort nicht nur historisch interessant, sondern auch emotional bedrückend. Die engen Räume, die massiven Betonwände und die Vorstellung, dass solche Anlagen für Krieg, Verteidigung und Bedrohung gebaut wurden, lösten bei vielen ein nachdenkliches Gefühl aus. Gerade in einer Zeit, in der Krieg in Europa wieder näher gerückt ist, wurde deutlich, wie wertvoll Frieden, Verständigung und internationale Zusammenarbeit sind. Umso wichtiger erschien es, dass junge Menschen aus Deutschland und Polen heute gemeinsam lernen, lachen, arbeiten und Zeit miteinander verbringen können.



Ein weiterer Höhepunkt des Austausches war der Ausflug nach Łunowo, einem ruhigeren und naturnahen Teil von Swinemünde. Dort standen Bewegung, Teamarbeit und Gemeinschaft im Mittelpunkt. Beim Kutterpullen und bei der Kajakfahrt mussten die Schülerinnen und Schüler zusammenarbeiten, sich abstimmen und gegenseitig unterstützen. Diese gemeinsamen Aktivitäten stärkten nicht nur den Teamgeist, sondern boten auch viele Gelegenheiten, miteinander ins Gespräch zu kommen. Das anschließende Lagerfeuer mit Würstchen rundete den Tag in gemütlicher Atmosphäre ab und sorgte für einen schönen gemeinsamen Abschluss.




Neben den Ausflügen war auch das schulische Programm sehr gelungen. Die Begegnung mit der Schulleitung, die Arbeit in gemischten Gruppen sowie der Unterricht in der Schule und in der Werkstatt ermöglichten den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in den polnischen Schulalltag. Besonders wertvoll war dabei, dass die Jugendlichen nicht nur zusahen, sondern aktiv miteinander arbeiteten. Dadurch entstanden echte Begegnungen, bei denen Sprache, Kultur und gemeinsames Lernen miteinander verbunden wurden. Insgesamt war der Austausch in Swinemünde ein sehr gelungenes Projekt. Die polnischen Lehrkräfte haben mit großem Engagement und einer sehr guten Vorbereitung dafür gesorgt, dass sich alle Beteiligten gut aufgehoben fühlten. Das Programm war abwechslungsreich und fachlich sehr interessant.





Die Mischung aus Geschichte, Kultur, Natur, Schule und Gemeinschaft machte den Aufenthalt zu einer wertvollen Erfahrung für Alle. Besonders deutlich wurde dabei, wie wichtig europäische Begegnungen sind: Sie schaffen Verständnis, bauen Vorurteile ab und zeigen, dass Zusammenarbeit über Grenzen hinweg gelingen kann.


